16 Jun

Eine eigene Kategorie für Übersetzungen?

Gerade eben habe ich einen Kommentar freigeschaltet, in dem angeregt wird, den Deutschen Rollenspielpreis eine Kategorie für Übersetzungen zu geben. Das ist in der Tat eine interessante Idee, über die wir uns auch schon Gedanken gemacht haben.

Das Kernargument für eine solche Kategorie liegt darin, dass man andere Kriterien anlegen könnte, etwa die “Qualität der Übersetzung”. Zudem würde die Shortlist freier für die im deutschsprachigen Raum entwickelten Spiele – wie der Kommentator anmerkt, haben die es ohnehin schon besonders schwer, Aufmerksamkeit zu erregen. Nehmen wir Lite von jcgames, dass ich hier nennen darf, da Jürgen seine Nominierung öffentlich gemacht hat: Er hat (was für ihn als Selbstverlag eine Menge Geld kostet) sieben Druckexemplare hergegeben und nicht mal die Werbewirkung der Shortlist erzielt. Das ist extrem ärgerlich für Jürgen und geht für mich auch am Zweck des Preises vorbei; ich will ja, dass Rollenspiele Aufmerksamkeit erhalten. Insofern spricht einiges für eine eigene Kategorie.

Warum gibt es die dann nicht schon lange?

Zum Einen liegt das an dem Output der Szene. Ich habe relativ wenig Zweifel daran, dass es jedes Jahr mindestens drei Übersetzungen von Grundregelwerken gibt. Aber auch drei deutschsprachig entwickelte GRWs? Und selbst wenn es die gibt: Nominert der Verlag das Regelwerk überhaupt? Ich möchte nicht an den Punkt kommen, wo ein Spiel eine Kategorie gewinnt, weil es die einzige Nominierung ist.

Zum Anderen erinnert mich die Aufteilung in Deutschsprachige/Übersetzte Werke an den Oskar, wo es die Trostpreiskategorie “Bester fremdsprachlicher Film” gibt, wo auch Leute einen Oskar bekommen können, die auf “Bester Film” keine Chance hätten. Das haben wir nicht nötig. Meines Erachtens (und die Shortlists der vergangenen Jahre beweisen dass auch) ist der Stand der Entwicklung in Deutschland und Österreich (aus der Schweiz hatten wir noch keine Nominierung) so hoch, dass wir ohne weiteres mit den großen Reihen aus dem Ausland mithalten können. Es gibt keinen vergleichbaren Qualitätsunterschied, der eine Differenzierung nötig machen würde. Bei den Oskars werden für die Kategorie “Bester fremdsprachlicher Film” in der Regel Werke nominiert, die nur einen Bruchteil des Geldes gekostet haben, dass ein amerikanischer Mainstream-Blockbuster ausgeben kann. Da wäre ein Vergleich vielleicht auch wirklich unfair, wenn man einen Film aus der Mongolei, der nicht mal eine Viertelmillion Dollar gekostet hat, mit Fluch der Karibik (341,8 Mio. US-$) vergleicht. Aber diese Unterschiede in Sachen Kapitaleinsatz gibt es in der Rollenspielbranche nicht oder nicht mehr.

Indie-Preis?

Wäre es dann nicht sinnvoller, einen Unterpreis für Indie-Produktionen zu schaffen? Das wäre vielleicht fair, wenn man Rollenspiele, die von einem Verlag wie Ulisses, Uhrwerk oder Pegasus stammen, nicht mit jcgames Rollenspielen vergleicht, die dieser – neben einem Hauptjob – in seiner Freizeit nicht nur schreibt, sondern auch noch verlegt? Klingt erstmal fair, aber…

Was packen wir in diese Kategorie? Was ist Indie überhaupt? Dogs in the Vineyard (war definitiv ein Indie) ist auf deutsch als Luxusprodukt “Hunde im Garten des Herren” für viel Geld bei Deutschlands größtem Rollenspielverlag herausgekommen. Bleibt es Indie? Ist “Los Muertos” ein Indie? Geschrieben hat es Andre (wenn ich richtig informiert bin, ziemlich alleine), herausgekommen ist es bei Prometheus. Überhaupt – ist Prometheus vielleicht ein Indieverlag? Wann ist man kein “Indie” mehr: Wenn man (Fest-)Angestellte hat? Wenn man ein eigenes Büro hat? Wenn man mehrere Produktlinien hat? Ab einem bestimmten Umsatz? Da komme ich in Teufels Küche, wenn ich versuche, den Begriff “Indie” festzulegen, denn einige der Kriterien würden auch Jürgen aus der Indie-Ecke verdrängen – er hat mehrere Produktlinien und ist auch sonst verdammt professionell in dem, was er tut – wieviele Rollenspiele haben schon eine App?

Außerdem bleibt: Sind jcgames Rollenspiele (oder die von Markus von Ludus Leonis, der mit NIP’AJIN) schlechter als andere? Markus hat dieses Jahr den DRP gewonnen. Das spricht dafür, dass er sich mit den Anderen locker messen kann, denn umgekehrt sind Produkte großer Verlage an der Hürde “Shortlist” schon gescheitert. Und Lite spielt definitiv in der gleichen Liga – gerade weil es etwas konservativer als Turbo-Fate ist, aber die gleichen Vorteile verspricht /”einfach, schnell und erzählerisch”) hätte es bei einer anderen Jury Turbo-Fate m.E. schlagen können. Nischenschutz brauchen die beiden jedenfalls nicht. Und weitere Kandidaten für “echte” Indies aus dem deutschsprachigen Raum fallen mir jetzt nicht ein. Zu wenige also für eine Kategorie.

Evergreen: PDFs

Wenn man hingegen PDFs zulassen würde, ja dann – wären die Kategorien vielleicht sinnvoll? Es gäbe mehr Produkte und die Nominierungshürde von sieben Büchern würde entfallen, also wären auch mehr Nominierungen zu erwarten.

PDFs sind aber schwierig, aus verschiedenen Gründen. Ganz praktisch besteht in der Hürde “7 Printexemplare” auch eine Vorauswahl – der Nominierende muss schon recht überzeugt von seinem Werk sein, um die Kosten zu stemmen. Ein PDF zu erzeugen ist hingegen wirklich einfach, selbst kostenlose Textverarbeitungsprogramme können das einfach so. Wer in den Druck investiert (vor allem, wenn er nicht selbst der Autor ist) investiert in der Regel auch in Lektorat, Korrektorat und Layout. Ein Blick in rpgnow zeigt uns, dass das für pdf-only nicht gilt. Es gibt wirklich erbärmlich aussehende Sachen, die dort zu haben sind. Natürlich auch tolle, keine Frage! Aber es gibt eben keine Vorauswahl mehr. Wenn ich mir aber den ohnehin schon epischen Papierstapel ansehe, den die Jury durchsehen, kritisch lesen und am besten Probespielen muss – dann will ich doch gar nicht noch mehr Nominierungen! Tatsächlich denke ich eher darüber nach, die Nominierung auf ein Produkt pro Verlag und Kategorie zu beschränken.

Drüben bei Seraph (Disclaimer: Christoph Hardebusch, DRP-Juror 2016, sitzt dort im Beirat. Meine Lebensgefährtin war letztes Jahr Jurorin) lässt man Printbücher ohne Vorprüfung zu, ebooks (egal welches Format) werden vorselektiert. Dazu lesen mehrere Leute aus der Orga die ebooks an und schmeißen raus, was offensichtlich Mist ist. Um das fair zu halten, wird jedes Ebook parallel von drei Leuten (an-)gelesen. Das ist ein absurd aufwändiges Verfahren, das schon bei Büchern kaum zu stemmen ist. Bei Spielen ist es aber noch schwieriger: Was ist, wenn die Regeln toll sind, aber schlecht erklärt? Ein Roman kann nicht gut sein, wenn der Autor nicht gut schreiben kann – selbst wenn die Handlung grandios ist. Ein Rollenspiel kann hingegen großartig sein, auch wenn das Regelwerk Mist ist – oder? Selbst mein Lieblingsrollenspiel Fate schafft es kaum, sich zu erklären: Zu sehr weicht es von der Erwartungshaltung der Rollenspieler ab. Klar wird das Regelwerk erst, wenn man es schon verstanden hat: Ein Branchenproblem, denn ich kenne auch keinen Text, der “klassisches” Rollenspiel so erklärt, dass man Rollenspiel verstanden hat, wenn man ihn liest.

Hätte Turbo-Fate (dieses Jahr auf der Shortlist) es überhaupt als PDF bis zur Jury geschafft? Oder wählt man dann noch mehr nach optischer Opulenz aus? Kann man noch würdigen, was dieser 237ste OSR-Klon anders macht, und wie kunstvoll er das Layout der End-70er aufgreift?

Der Deutsche Rollenspielpreis will auch eine Kaufempfehlung sein. Daher gehört Zugänglichkeit mit zu den Kriterien. Deshalb bleiben wir zunächst dabei, dass ein Werk nur dann nominierbar ist, wenn es zumindest theoretisch über den Fach- und am besten auch über den Buchhandel beziehbar ist. Denn wer seine Kaufentscheidung nach einem solchen Gütesiegel richtet, der ist kein Brancheninsider. Es soll nicht so sein, dass man dann doch auf den Kauf verzichtet, weil ein PDF nur im Verlagsshop oder nur bei rpgnow zu haben ist – und man das so ohne weiteres nicht herausfinden kann.

02 Jun

Die Shortlist des Deutschen Rollenspielpreises 2016

Die Jury hat mir die Shortlist des Deutschen Rollenspielpreises 2016 mitgeteilt:

Regelwerk

  • Cthulhu 7: Grundregelwerk (Pegasus)
  • Splittermond: Einsteigerbox (Uhrwerk)
  • Turbo FATE (Uhrwerk)

Erweiterung

  • Nip’ajin Shots Vol.II (Ludus Leonis)
  • Private Eye: Die 7 Abschiedsbriefe des Mr. Pomeroy (Redaktion Phantastik)
  • Shadowrun 5: Sperrzone Boston (Pegasus)

Die Shortlist ist eine erste Auswahl aus den Nominierungen des aktuellen Jahres. Nominiert waren insgesamt 16 Produkte, die Jury hatte also einen schwierigen Job: Nicht nur quantitativ waren hunderte von Seiten zu lesen, sondern es waren auch noch unter sehr guten Produkten die besten auszuwählen.

Parallel wird diesmal die Shortlist im Programmheft des Nordcon veröffentlicht, dass heute online gehen soll – deshalb habe ich mit diesem Beitrag gewartet, obwohl sich die Jury schon letzte Woche entschieden hat.

23 Jun

Der Deutscher Rollenspielpreis Coverposing Wettbewerb 2015

Auch 2015 haben wir auf dem Nordcon den großen “Der Deutsche Rollenspielpreis Coverposing Wettbewerb” veranstaltet. Dieser Wettbewerb wird anlässlich der Verleihung des DRP veranstaltet (hier die Sieger des DRP2015). Auch diesmal gab es großartige Fotos, die alle von P. Waldfried arrangiert und fotografiert wurden.

Ein weiteres Bild (eine Interpretation des Tharun-Weltenbandes) wurde nur auf dem Nordcon gezeigt – natürlich stellen wir keine Bilder ins Netz, wenn die abgebildeten Personen nicht einverstanden sind. Und wenn man zwar mal einverstanden war, es sich aber später anders überlegt, hilft eine kurze Mail, und wir nehmen das Bild von der Website.

Den Coverposing-Wettbewerb 2014 findet man hier.

19 Jun

Deutscher Rollenspielpreis für Werner Fuchs

Werner Fuchs. Foto von Konrad Lischka.

DSA-Erfinder Werner Fuchs.
Foto von Konrad Lischka.

Bereits am Samstag wurde Werner Fuchs mit dem Deutschen Rollenspielpreis ausgezeichnet. Werner Fuchs ist einer der ersten Rollenspieler in Deutschland und zu einem beträchtlichen Teil dafür verantwortlich, dass sich Rollenspiel als Hobby in Deutschland etabliert hat. Schon 1977 hat er in Düsseldorf den Fantastic Shop, das erste Geschäft für Abenteuerspiele in Deutschland, aufgebaut. Basierend auf diesem Erfolg wurde dann, zusammen mit Ulrich Kiesow und Hans Joachim Alpers, 1983 der Verlag Fantasy Productions gegründet. Diese Firma brachte mit Schwerter und Dämonen eines der ersten deutschsprachigen Rollenspiele heraus und entwickelte Das Schwarze Auge.

Daneben ist Fuchs ein erfolgreicher Herausgeber, Redakteur, Literaturagent und Übersetzer, u.a. für George R. R. Martin, dessen erster Literaturagent er war und den er bis heute vertritt.

Am Samstag berichtete er im Gespräch mit Lena Falkenhagen (die selbst viele Jahre für DSA schrieb und für das Spiel Redakteurin war und ihre Autorenlaufbahn mit DSA-Romanen gestartet hat) von seinen Erfahrungen und beantwortete geduldig die vielen Fragen des Publikums, die sich vor allem auf die Frühzeit von DSA und sein Verhältnis zu George R. R. Martin bezogen. Im Anschluss wurde er mit dem Preis ausgezeichnet.

 

18 Jun

Laudatio: Degenesis Rebirth Premium Edition

Die Laudatio für Degenesis Rebirth Premium Edition, ausgezeichnet mit dem Jurypreis 2015, habe ich selbst gehalten. Dabei habe ich den folgenden Text, den mir die Jury an die Hand gegeben hat, paraphrasiert.

Degenesis – Rebirth Premium Edition (sixmorevodka productions)

Allein mit seinem Erscheinungsbild sprengt Degenesis Rebirth Premium Edition den Rahmen dessen, was in der deutschsprachigen Rollenspiellandschaft üblich ist: Ein wuchtiges Ensemble aus zwei dicken Hardcover-Bänden in einem glänzend weißen Schuber, der stabil genug ist, auch die Apokalypse zu überstehen! Dabei ist die weiße Schlichtheit ein Understatement, denn im Inneren erwartet den Leser eine stilistische Augenweide, die die logische Fortsetzung und Vollendung des durch Endland und Degenesis (1. Edition) vorgelegten grafischen Kanons ist.

Marko Djurdjevic und Christian Günther haben eine künstlerische Vision und verfolgen sie mit geradezu brutaler Konsequenz – die behandelten Themen und expliziten Darstellungen sind nichts für schwache Nerven. Und dann wieder überrascht das Werk mit sensiblen und grazilen Illustrationen von spielenden Kindern und Alltagssituationen, die unterstreichen: auch nach der Apokalypse geht das Leben weiter!

Die beiden Bücher sind (in vielerlei Hinsicht) schwere Kost, doch die Jury war sich sofort einig, Degenesis Rebirth Edition für einen Jury-Sonderpreis für herausragende künstlerische Vision und Produktionsqualität vorzuschlagen!

Um kurz zu zeigen, warum dieses Buch die Jury so beeindruckt hat:

degenesis-rebirth-Deutscher Rollenspielpreis 2015 degenesis-rebirth-premium-edition (1) degenesis-rebirth-premium-edition (2) degenesis-rebirth-premium-edition

17 Jun

Laudatio: Night’s Watch – Die Nachtwache

Deutscher Rollenspielpreis 2015 - Verleihung Nachtwache

Lena Falkenhagen überreicht den Deutschen Rollenspielpreis 2015 an Peer Lagerpusch, der den Preis für den Mantikore-Verlag entgegen nahm.

Die Laudatio, die Lena Falkenhagen anlässlich der Verleihung des Deutschen Rollenspielpreises 2015 in der Kategorie “Zubehör” an Night’s Watch – Die Nachtwache gehalten hat, veröffentliche ich mit freundlicher Zustimmung der Jury:

Das Lied von Eis und Feuer – Night’s Watch – Die Nachtwache (Mantikor Verlag)

Dieser Tage kommt man als Fantasy-Fan an dem Phänomen Game of Thrones nicht vorbei. Doch es ist beileibe nicht die mediale Omnipräsenz, die Night’s Watch zum Sieger werden ließ. Das Quellenbuch zur Nachtwache hat in der Jury sogar die Zweifler und Verächter des Martin’schen Oevres überzeugen können.

Die Nachtwache ist ein moderner Vertreter eines geradezu klassischen Rollenspielthemas – eine Festung im Grenzland – und erinnert damit an die Frühzeit des Rollenspiels in Deutschland. Doch es zeigt gleichzeitig, wie sehr sich die Abenteuerformate geändert haben.

Die Mauer, die Schwarze Festung und die Ländereien südlich und nördlich der Mauer sind sehr abenteuertaugliche Orte, die eine Vielzahl von verschiedenen Kampagnenmodellen bedienen. Von Erkundungsmissionen in lebensfeindliche und monsterbevölkerte Regionen über persönliche Dramen bis zu fintenreichen Intrigen zwischen den politischen Kräften, die ihren Einfluss auf die Nachtwache geltend machen wollen, bietet das Buch reichlich Ausgangsmaterial für sowohl klassisch-explorative wie diplomatische Szenarien. Es meistert den Spagat, eine Region zu beschreiben, die in der Buchvorlage noch gar nicht „fertig” erklärt wurde, und trotzdem vollständig nutzbar zu sein.

Neben einem geschichtlichen Abriss der Nachtwache und der Beschreibung ihrer Hierarchien und Aufgaben enthält der Text in jedem Kapitel auch konkrete Abenteuervorschläge. Die Beschreibungen von Orten, Legenden und Personen sind also nicht nur enzyklopädischer Selbstzweck, sondern auf konkrete Nutzbarkeit am Spieltisch ausgerichtet. Von Abenteuer-Vignetten („Patrouillen”) über grobe Handlungsideen bis zu Szenarien bietet der Band 22 Anwendungsbeispiele in unterschiedlichen Graden der Ausarbeitung – zusätzlich zu allen Anregungen, die Spielleiter aus den Schauplatzbeschreibungen selbst ziehen und entwickeln.

Night’s Watch – Die Nachtwache überzeugte die Jury nicht nur inhaltlich, sondern auch als Modell für gelungenes, praxisorientiertes Quellenbuchdesign.

16 Jun

Laudatio: Splittermond – Regelwerk

Deutscher Rollenspielpreis 2015 - Verleihung Splittermond

Patric Götz, Verlagsleiter des Uhrwerk Verlages, nimmt den Deutschen Rollenspielpreis 2015 für Splittermond – Regelwerk entgegen. Links daneben: Tom Finn, der die Laudatio gehalten hat.

Mit freundlicher Zustimmung des Laudatoren Tom Finn und der Jury veröffentliche ich die Laudatio, die Tom anlässlich der Verleihung des Deutschen Rollenspielpreises 2015 in der Kategorie “Grundregelwerke” an Splittermond – Regelwerk gehalten hat:

Splittermond – Die Regeln (Uhrwerk Verlag)

Im Premierenjahr des Deutschen Rollenspielpreises hat schon die Weltbeschreibung Lorakis’ den Preis als bestes Zubehör gewonnen. Jetzt im Folgejahr hat auch das dazugehörige Rollenspiel den Preis als bestes Regelwerk errungen. Diese Konsequenz lässt erahnen, dass es dem Uhrwerk Verlag gelungen ist, den Grundstein für eine Reihe zu legen, die das deutsche Rollenspiel für viele Jahre begleiten wird.

Splittermond steuert inhaltlich etwas gegen den Strom, lacht es doch der in Deutschland sonst so populären „Dark Fantasy” farbenfroh ins Gesicht. Grafisch ist es die Technicolor-Antwort auf unheilschwere Albino-Prinzen und straßenstaubverdreckte Rattenfänger.

Dabei bleibt Splittermond trotzdem fest in der Tradition des deutschen Rollenspiels verankert, setzt es doch in Gestaltung und Duktus ganz auf den durch Midgard und DSA etablierten „phantastischen Realismus”. Es ist eine behutsame Modernisierung bewährter Regelprinzipien, die in ihrer Neukombination und Erweiterung durch eigene Ideen mehr als die Summe der Einzelteile darstellt. Mit dem Ticksystem bietet der Kampf ein grundlegend anderes Spielgefühl und bereichert den deutschen Fantasy-Mainstream um eine Kampfsystem-Variante.

Das Regelbuch ist ein Einzelband, der – höchst erfreulich und spielerfreundlich – ein komplettes, spielbares System mit Charakterbau, Grundregeln, Spielleiterregeln und -tipps, sowie Gegnern und einem 33-seitigen Überblick der Kampagnenwelt enthält. Der Spieler benötigt also theoretisch nicht mehr als dieses eine Buch, um viele Jahre an Spielspaß zu erleben.

Das mitgelieferte Spielmaterial – Posterkarten im Format A1 und A2, eine „Tickleiste” als Visualisierung des Initiative-Systems, sowie eine kleinere Kontinent-Karte als Vorsatzpapier – ist sehr auf Spielbarkeit ausgerichtet. Das Vorsatzpapier enthält z.B. keinerlei Ortsnamen, was es dem Spielleiter ermöglicht, die Welt zu individualisieren und Orte eigener Schöpfung oder aus anderen Spielen hinzuzufügen.

Das Sahnehäubchen an Spielerfreundlichkeit ist das Angebot des Verlages, das Regelbuch ungekürzt und kostenlos als PDF herunterladen zu können, um es bereits vor dem Kauf auf Herz und Nieren zu testen.

15 Jun

Die Sieger des Deutschen Rollenspielpreises 2015

Der Deutsche Rollenspielpreis 2015 in der Kategorie Grundregelwerke: Splittermond Regelwerk

Der Deutsche Rollenspielpreis 2015 in der Kategorie Zubehör: Das Lied von Eis und Feuer: Night’s Watch – Die Nachtwache –

Zudem hat die Jury einen Jurypreis verliehen:

Jurypreis des Deutschen Rollenspielpreises 2015: Degenesis Rebirth Premium Edition


Die Jury und die Veranstalter des Deutschen Rollenspielpreises gratulieren allen Preisträgern und wünschen sich für die Zukunft weitere Werke dieses Kalibers.

10 Jun

Der Deutsche Rollenspielpreis präsentiert: Werner Fuchs

Der Deutsche Rollenspielpreis präsentiert Werner Fuchs auf dem Nordcon. Werner Fuchs muss dem Rollenspieler nicht vorgestellt werden – Rollenspiel in Deutschland ist ohne ihn nicht vorstellbar. Er hat den Verlag Fantasy Productions mitgegründet, der das erste ins Deutsche übersetzte Rollenspiel (Schwerter und Dämonen) herausbrachte und dann das deutsche Rollenspiel, Das Schwarze Auge (DSA), entwickelte. Mit gutem Recht kann man von Werner Fuchs als dem Vater des Rollenspiels in Deutschland sprechen.

Heute ist er Verleger, Autor, Übersetzer und Literaturagent – u.a. für George R. R. Martin, den Autor von Game of Thrones. Am Samstag Nachmittag/Abend (genauer Termin wird auf dem Nordcon bekanntgegeben) spricht Lena Falkenhagen, selbst langjährige DSA-Autorin,  mit Werner Fuchs über die Entstehung von DSA und dem Rollenspiel in Deutschland und über George R. R. Martin.

10 Jun

Der Deutsche Rollenspielpreis präsentiert: Jason Durall

Auf dem Nordcon präsentiert der Deutsche Rollenspielpreis den Gamedesigner Jason Durall. Jason Durall ist vor allem bekannt für Basic Roleplaying, das System z.B. hinter Call of Cthulhu. Aber auch Indie-Systeme wie Lords of Gossamer & Shadow sind von ihm, dazu die Serienumsetzung von Supernatural und Serenity und zahlreiche andere Werke. Im Moment schreibt er für das jüngst gekickstartete Conan.

Er wird auf dem Nordcon Runden leiten und Fragen beantworten.