11 Jun

Deutscher Rollenspielpreis 2017 geht an …


Der Deutsche Rollenspielpreis 2017 geht an

Metal Heroes (Mantikore Verlag) und
Datapuls ADL (Pegasus Spiele).

Die unabhängige Jury bestehend aus Kritikern, Autorinnen, Podcastern und Organisatoren der deutschen Rollenspielszene, hat aus der Shortlist 2017 die Gewinner des Deutschen Rollenspielpreises ausgewählt. Die Preise gehen an Metal Heroes and the Fate of Rock (Mantikore Verlag) in der Kategorie „Regelwerk“ und Shadowrun: Datapuls ADL (Pegasus
Spiele) in der Kategorie „Zubehör“.

Die Jury des deutschen Rollenspielpreises, bestehend aus Lena Falkenhagen (Schriftstellerin und Rollenspielautorin), Martin vom Eskapodcast (PodCaster), Settembrini (Rollenspiel -Blogger), Dirk Remmecke (Rollenspiel-Journalist und -Blogger) sowie Carsten Praefke (Mitorganisator NordCon), hatten dieses Jahr kein leichtes Spiel mit der Auswahl der Gewinner des Deutschen Rollenspielpreises 2017.

Als Grundregelwerke standen auf der Shortlist

  • 7te See (Pegasus Press),
  • Metal Heroes (Mantikore Verlag), sowie
  • Private Eye (Redaktion Phantastik),

in der Kategorie Zubehör kämpften

  • das Equinox Setting (ProIndie/Uhrwerk Verlag),
  • die Abenteuersammlung Private Eye: Liebe, Geld und andere Intrigen (Redaktion Phantastik) und
  • das Quellenbuch Shadowrun: Datapuls ADL (Pegasus Spiele)

um den begehrten Titel.

Die Laudatio für Metal Heroes hielt Prof. Dr. Lars Schmeink, 1. Vorsitzender der Gesellschaft für Fantastikforschung. Er betonte vor allem die Regeln hinter dem Buch: “Nicht nur, dass es fantastische, stimmige, spannend zu handhabende Detailregeln und Minispiele gibt (Bandmanagement, Gigplanung, Songrepertoire), nein, jeder Rollenspielautor sollte sich anschauen, wie hier Regelvermittlung funktioniert!” Swen Harder nam den Preis entgegen und bedankte sich bei seinem Verlag Mantikore und all den anderen Menschen, die ihm geholfen haben.

Jurymitglied Lena Falkenhagen überreichte den Preis für Shadowrun: Datapuls ADL an Shadowrun Chefredakteur Tobias “Tigger” Hamelmann mit dem Fazit: “Das Buch zeigt, dass launige Ingame-Texte, gut lesbare Fluff-Prosa und funktionale, spielwerte SL-Ressourcen keine Gegensätze sein müssen, sondern sogar Hand in Hand gehen können.” Tigger dankte im Namen seines ganzen Shadowrun-Teams für den Preis.

Der Deutsche Rollenspielpreis wurde zum 4. Mal seit 2014 im Rahmen der Abschlussveranstaltung des NordCon in Hamburg vergeben.

Fotos folgen, sobald ich welche habe…

22 Mai

Jury des Deutschen Rollenspielpreis 2017

Lena Falkenhagen ist sicher eine der bekanntesten Rollenspieldesignerinnen, die der deutsche Sprachraum kennt. Sie begleitete die Welt Aventurien 17 Jahre lang als Mitglied der DSA-Redaktion – und schrieb selbst ikonische Abenteuer und Romane. Heute arbeitet sie als Romanautorin und gestaltet als Narrative Designerin Computerspiele; dieses Jahr wurde sie von Gameswirtschaft.de zu einer von zehn einflussreichsten Spieleentwicklerinnen Deutschlands gekürt. Damit bringt sie einen spannenden Blick auf Rollenspielbranche in die Jury ein: Der Entwurf von Questen und Storybögen für Computerspiele und Romane ist ähnlich, und doch auch sehr anders als im Pen&Paper. Sie spielt von DSA über Fate bis pbtA Mainstream bis Indie – immer mit einem Schwerpunkt auf der Story. (Lena bei Wikipedia)

“Martin vom Eskapodcast ist der Macher des erfolgreichsten deutschen Rollenspielpodcasts. Die 75 Folgen, die er und sein Team in den letzten eineinhalb Jahren produziert haben, haben große Teile der Rollenspielszene erreicht. Martin bot unter anderem durch die breite Aufstellung seiner Gesprächspartner immer die Möglichkeit, wichtige Themen des Rollenspiels unter verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. Zudem hat Martin spannende Interviews mit den Vätern des Rollenspiels (wie dem DRP-Preisträger Werner Fuchs) geführt und für alle einen Blick in diese Zeit ermöglicht. In der Jury ist Martin der Fachmann für die großen Mainstream-Systeme, er ist unter anderem bei DSA und Splittermond aktiv.

Settembrini” ist der wohl bekannteste Blogger des deutschsprachigen Raumes. Mit seiner provokanten Haltung zugunsten der Simulation der Spielwelt, dem Fokus auf der Spielerfreiheit und der Prägung von wichtigen Begriffen wie ARS (Abenteuerrollenspiel, in Abgrenzung zu im Vorfeld feststehenden Plots) hat er die Debatte in der deutschsprachigen Rollenspielszene geprägt. Mit dem Fanzine “Abenteuer.” verfolgt er das Ziel, unmittelbar spielbares Material zu sammeln und zur Verfügung zu stellen. Settembrini spielt KoSims, Traveller, D&D und Rifts. Erzählspiele sind nicht sein Ding.

Dirk Remmecke ist die Konstante in der Jury. Er bewahrt die Erfahrungen der Vorjahre und entwickelt das Prozedere weiter. Er war Mitgründer von H spielt!, arbeitete in dreieinhalb Spieleläden, brachte den Rollenspiel-Film Astrópía nach Deutschland und kommentierte die Szene als gelegentlicher Journalist und Blogger. Dirk spielte im vergangenen Jahr Splittermond, 5e, Midgard 2 und Eigenkreationen. Sein heiliger Gral ist das perfekte Einsteigersystem.

Carsten Praefke spielt seit 1988 – und organisiert schon fast genauso lange Rollenspieler. Zusammen mit sechs Freunden hat er 1994 den Rollenspielclub Tornesch 94 e.V. gegründet. Der Verein hat jetzt etwa 50 Mitglieder und ist gemeinnützig. Seit der Gründung trifft man sich jeden Samstag ab 14 Uhr zum Rollen- und Brettspiel. Carsten ist seit Gründung in verschiedenen Rollen im Vorstand tätig. Seit 2004 ist der Verein Mitveranstalter des NordCon, und Carsten bringt sich auch dort ein. Zunächst war er für die Spielrunden-Orga verantwortlich, seit einigen Jahren ist er der Hauptverantwortliche für das größte nichtkommerzielle Rollenspieltreffen. Sein Anliegen ist es, die Rollenspielszene zu vernetzen. Er ist lieber Spielleiter als “nur” Spieler. Für ihn sind Regeln nicht so wichtig: Für ihn steht der Spielspaß über den Regeln, die er deshalb auch zu diesem Zweck beugt oder ignoriert, damit alle am Tisch mehr Spaß haben.

FB