15 Aug

Die Entstehung des Würfelgolems

Von Oliver (der weiter nicht genannt werden möchte), habe ich schon das Logo der Zombiecalypse bekommen – das mir extrem gut gefallen hat. Ich habe ihn gebeten, mir ein neues Logo zu zeichnen, was er auch gerne getan hat. Ich denke, dass er mit dem „ersten Entwurf“ des Würfelgolems“ noch gar nicht besonders zufrieden war, aber wegen der knappen Zeit und diverser Kommunikationsdefizite von meiner Seite habe ich das großartige Logo gerne genommen. Ich möchte Oliver hier nochmals ganz herzlich danken!

würfelgolem

Der Würfelgolem von Oliver

Aber mit der Zeichnung hatte ich jetzt zwar ein Logo, aber noch keine Preisstatue. Hier kam „Spiegelkinder“ dazu. Ich hatte mitbekommen, dass sie schon die Preisstatue für den Literaturpreis Seraph gemacht hatte und war außerordentlich glücklich, dass sie mir ihre Hilfe anbot. Sie hat eine tolle Figur gemacht, die zunächst so aussah:

IMG_20140608_183339Man beachte die Würfel, die zusammen die Jahreszahl 2014 ergeben. Das war jetzt ein erster, roher Guss, unlackiert und eher hastig mit Schaum verklebt. Aber so konnte die Figur natürlich noch nicht übergeben werden, dass hätte sie nie zugelassen. Bis zum Feencon hat es dann geklappt die Figur zu fertigen, lakieren und mit mit einem Schild zu versehen, und die fertige Figur konnte übergeben werden. Vielleicht gibt es bald noch einen gesonderten Bericht über die Figur und ihre Entstehung… mal sehen.

Foto

Die fertige Statur

IMG_20140720_161652

Hier auf dem Feencon neben dem ausgezeichneten Werk.

IMG_20140719_131911

Patric hat den Preis dann auf dem Feencon von mir bekommen. Der andere Preisträger war – anders als angekündigt – nicht da und hat hoffentlich die Figur inzwischen wohlbehalten bekommen.

Ich möchte hier sowohl Oliver als auch Spiegelkinder ganz herzlich für ihren Einsatz danken. Ohne euch wäre es nicht gegangen. Mit euch wurde es ein vertiabler Erfolg. Ich stehe in eurer Schuld.

04 Jul

Blogschnitzeljagd: Die Sieger

Soeben habe ich (unter Aufsicht meiner Lebensgefährtin) mit einem eher exotischen Würfeltyp die beiden Sieger der Blogschnitzeljagd ausgewürfelt.

Der erste Platz geht an

Jonas R. aus Göttingen

der auch soeben eine Mail von mir bekommen hat. Er hat die Wahl zwischen den beiden Preisen – zur Erinnerung:

Zu gewinnen gab es eine Originalzeichnung von Mia Steingräber

Originalzeichnung von Mia Steingräber

Originalzeichnung von Mia Steingräber

oder ein Buchpaket von Feder&Schwert

eis und dampf

Eis&Dampf, eine Steampunk-Anthologie

zerbrochene_puppe

Die zerbrochene Puppe – und ein von den Autoren signiertes Poster!

Maschinenseele und …

Maschinengeist

… Maschinengeist spielen im gleichen Universum – eine Duologie, sozusagen.

Der zweite Preis – er erhält den anderen Preis – geht an

Christian S. aus Glückstadt

den ich dann anschreiben, sobald fest steht, was er gewonnen hat.

Ich gratuliere den beiden und allen Einsendern, die alle das Lösungswort korrekt ermittelt hatten. Ich hab von einigen Seiten gehört, dass einige der Rätsel ziemlich knackig waren… und einer schrieb mir, dass er schon aufgeben wollte, nachdem er drei mal den Buchstaben „G“ ermittelt hatte – nacheinander, als die ersten drei Buchstaben!

Wer das Rätsel nicht geknackt hat… das Lösungswort lautet GaryGygax!

Ich danke

fürs mitmachen!

Übrigens haben Niniane von storiesandcharacters,Tagschatten, w6 vs. w12 und ich bei Richtig Spielleiten unsere Teil-Rätsel aufgelöst.

23 Jun

Coverposing-Wettbewerb: Die Bilder

Auf dem Nordcon 2014 habe ich anlässlich der Verleihung des Deutschen Rollenspielpreises einen „Rollenspielcover-Posing-Wettbewerb“ ausgerufen. Die Jury des Preises hatte großzügig Preise gestiftet, die auf die Sieger gewartet haben. Hier ein paar Inspirationen:

Alle Photos hat Woodman geschossen. Ich danke ihm und meinen Helfern Stèphane, Lena und natürlich JollyOrc dafür, dass sie das Ding gerockt haben. Das Publikum war auch begeistert und hat die Bilder ordentlich gefeiert!

Und was gab’s zu gewinnen?

…und noch weitere Preise für 4 Plätze, die wir aus sonstigen/doppelten Zuwendungen zusammengestellt haben.

Vorausgesetzt, es gibt wieder was zu verschenken, mache ich den Coverposingwettbewerb nächstes Jahr wieder…

21 Jun

Blogschnitzeljagd zum DRP

Anlässlich der Verleihung des Deutschen Rollenspielpreises 2014 haben die Juroren alle Preise für eine Verlosung gestiftet. Einige davon sind an die Sieger des Coverposing-Wettbewerbs gegangen, der auf dem Nordcon durchgeführt wurde (siehe dazu mehr in einem kommenden Beitrag), andere werden wir hier verlosen!

Gewinnen könnt ihr eine Originalzeichnung von Mia Steingräber:

Originalzeichnung von Mia Steingräber

Originalzeichnung von Mia Steingräber

und ein Buchpaket von Feder&Schwert

eis und dampf

Eis&Dampf, eine Steampunk-Anthologie

zerbrochene_puppe

Die zerbrochene Puppe – und ein von den Autoren signiertes Poster!

Maschinenseele und …

Maschinengeist

… Maschinengeist spielen im gleichen Universum – eine Duologie, sozusagen.

Um an der Verlosung teilnehmen zu können, braucht ihr ein Lösungswort. Auf jedem der folgenden Blogs findet ihr einen Beitrag, der euch einen Buchstaben des Lösungswortes gibt:

Wenn ihr das Lösungswort gefunden habt (und es hat was mit Rollenspiel zu tun, versprochen), dann schickt es mir bis Mittwoch, den 2. Juli 2014, an wettbewerb@deutscher-rollenspielpreis.de – ich würfle dann ganz stilecht die beiden Sieger aus! Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen, Organisatoren des Preises, Jury und deren Angehörige auch. In der Email brauche ich das Lösungswort, Euren Namen und eure Adresse! Den Namen der Sieger werde ich veröffentlichen, Name, Email und Adresse der beiden Sieger an Feder&Schwert bzw. Mia Steingräber weitergeben, die den Preis direkt an euch übersenden. Das Lösungwort muss bis Mittwoch, den 2. Juli 2014 (also 23:59:59) bei mir eingegangen sein.

Viel Erfolg!

16 Jun

Die Verleihung des Deutschen Rollenspielpreises

Gestern wurde der Deutsche Rollenspielpreis 2014 verliehen. Heute gibt es ein paar Bilder und einen Bericht von der Verleihung selbst. Die Verleihung war ein Teil der gut besuchten Abschlussveranstaltung des Nordcon 2014. Nach einer kurzen Einführung in den Preis und der Vorstellung der Shortlist durch mich hielt zunächst Lena Falkenhagen (Autorin und ehemalige DSA-Redakteurin) die Laudation für Splittermond: Die Welt.

laudatio_lena

Lena Falkenhagen bei der Laudatio für Splittermond: Die Welt

Der Verleger von Splittermon, Patric Götz (Uhrwerk Verlag), hat den Preis persönlich in Empfang genommen.

Patric Götz nimmt den Preis für Splittermond: Die Welt entgegen.

Patric Götz nimmt den Preis für Splittermond: Die Welt entgegen.

Patric nutzte die Gelegenheit um zu erklären, wie aufwändig die Produktion eines solchen Werkes sei und den vielen Beteiligten zu danken, die dazu beigetragen haben.

Nach einer kurzen Vorstellung hielt dann Per Dittmann (Erdenstern) die Laudatio für Reiter der Schwarzen Sonne. Ganz offenbar ist Per mit Spielbüchern groß geworden, denn er konnte fachmännisch über die gekonnte Balance zwischen klassischen Spielbuch und den Neuerungen des prämierten Werkes in der  Kategorie „Grundregelwerke“ sprechen.

Per Dittmann (Erdenstern) hält die Laudatio für Reiter der Schwarzen Sonne

Per Dittmann (Erdenstern) hält die Laudatio für Reiter der Schwarzen Sonne

Der Autor des Buches, Swen Harder, nahm den Preis entgegen.

Swen Harder, Autor von Reiter der Schwarzen Sonne

Swen Harder, Autor von Reiter der Schwarzen Sonne

Dabei haben wir erfahren, dass Swen das Buch vor allem geschrieben hat, damit er nicht den Rasen mähen muss… danach habe ich die Gelegenheit genutzt, mich bei der Jury, den Organisatoren des Nordcons und natürlich beim Publikum zu bedanken.

Ich empfinde den DRP schon jetzt als einen Erfolg. Natürlich hat sich der Preis noch nicht wirklich etabliert, dafür gibt es ihn noch nicht lange genug. Ich sehe uns aber als „gut gestartet“ an und werde daran arbeiten, den Preis auch 2015 zu verleihen.

Das Publikum - von Orks bis Nerds - füllte die Aula.

Das Publikum – von Orks bis Nerds – füllte die Aula. Ein Netteres hätte sich der nervöseste Organisator nicht wünschen können!

 

12 Jun

Interview mit Juror Dirk Remmecke

Auch Dirk Remmecke habe ich die gleichen Fragen gestellt, wie schon Carsten. Er hat aber einen ganz anderen Ansatz, auf Rollenspiele zu blicken als Carsten.

Hallo Dirk, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, die Fragen der Community zu den Juroren des DRP zu beantworten. Fangen wir ganz einfach damit an, dass du dich vorstellst:

Ich bin Dirk Remmecke, und darf mich mit meinen 47 Jahren wohl bestenfalls noch geistig jung nennen. Manche kennen mich vielleicht besser als „Dirk vom Laden“, was mein langjähriger Usenet-Handle war, oder als sporadischer Blogger „Mondbuchstaben„. Wenn ich in der deutschen RPG-Szene Spuren hinterlassen habe, dann als Mitgründer von H spielt!, und als „Entdecker“ des Films Astrópía, für dessen deutsche (und indirekt auch französische) Ausgabe ich verantwortlich war. Hin und wieder juckt es mich, Artikel und Rezensionen für Magazine zu schreiben, früher Nautilus und Kartefakt, zuletzt das französische Magazin di6dent.

Ich bin seit 30 Jahren Rollenspieler. In der Zeit habe ich eine Odyssee durch alle Spielstile gemacht, von (in dieser Reihenfolge) railroadigem Erzählspiel über „realistische“ Simulation, „Hartwurst“-Sandbox, regelarme Abstraktion, würfelloses Ressource Management, Dungeoneering und Storygames. Ich glaube, das einzige, was ich nie gespielt habe, ist Freeform.

Als Fazit dieser Rundreise spiele ich jetzt bevorzugt „explorative Kampagnen“ in einer „räumlich und thematisch begrenzten Sandbox,“ mit eher minimalistischen „Rulings not Rules“-Regeln, wenn das Sinn ergibt. Das Stichwort „World in Motion“ gehört auch noch mit da rein. Ich bin heute also bei den Wurzeln des Hobbys angekommen; einem Old-School-Stil, dem ich aber gänzlich unnostalgisch anhänge, weil er sich mir erst nach ausgiebiger Beschäftigung mit der rollenspielerischen Avantgarde erschlossen hat. Was durchaus eine Ironie des Schicksals ist, denn das ist der Spielstil, den man mit dem System verbindet, mit dem ich angefangen habe – der „Roten Box“ von D&D (also Mentzer Basic). Aber „leider“ hat mich Dragonlance sofort gepackt und geprägt, im Guten wie im Schlechten. Am häufigsten gespielt habe ich Midgard (2e+3e), AD&D (1e), RuneQuest (extrem verhausregelt), Warhammer FRP (1e) und ein Dutzend Eigenbauten, in dieser Reihenfolge. Mein Lieblingsgenre ist eine klassische Fantasy irgendwo zwischen Leibers Lankhmar, Beagles namenloser Welt des Letzten Einhorns, Tolkiens Mittelerde und Sherwood Forest in der Interpretation von Richard „Catweazle“ Carpenter.

Was kann ich in eine Jury einbringen? Ich habe über 10 Jahre hinter der Ladenkasse eines Spieleladens gestanden, was den Blick auf Spiele enorm schult. Man lernt, Innovationen und Qualitäten zu erkennen und sogar zu bewundern, die einen privat überhaupt nicht interessieren. In einer Welt, in der Fans des gleichen Hobbys sich in dogmatische Grabenkämpfe verstricken, bin ich vermutlich ein Paradiesvogel. Ich kann auch Spiele rasend toll finden, die mir ums Verrecken nicht auf den eigenen Spieltisch kommen…

Wie oft kommst du tatsächlich zum Spielen?

Nicht annähernd so oft, wie ich gerne würde!

Für mich ist die Stärke des Rollenspiels, sozusagen sein „USP“, das Kampagnenformat – die offene Struktur, die Fortsetzung, die gemeinsam über einen langen Zeitraum entwickelten Charaktere und Beziehungen, untereinander und zum Setting. Das, was diese Spielform einzigartig macht, beginnt für mich leider erst nach drei oder vier Sessions, wenn die Spieler anfangen, sich in der erspielten Welt zuhause zu fühlen, und nicht nur, weil sie ein liebgewonnenes Franchise ist – Star Wars, Star Trek, Mittelerde – , sondern weil sie durch reale Erinnerungen an gespielte Erlebnisse geeint werden.

Diese Form verlangt nach einem festen Terminplan, der sich mit einem Beruf, der flexible Arbeitszeiten erfordert, nur schwer umsetzen lässt. Ich betreue Messen und Conventions und bin an vielen Wochenenden, meinem bevorzugten Spieltermin, unterwegs. Deshalb bin ich gezwungen, mich mit One-Shots und Con-Runden zu begnügen. Im letzten Jahr waren das u.a. DSA 1, Swords & Wizardry, Pathfinder Beginner, Midgard für Einsteiger – alles Spiele, die überschaubare Regeln haben und mit denen man schnell losspielen kann.

Wie aktiv verfolgst du deutsche / internationale Entwicklungen der Rollenspielszene?

Wenn du mit „Szene“ die Befindlichkeiten der Spielerschaft meinst: so gut wie gar nicht mehr. Ich habe etwa 8 Jahre lang in diversen Foren mitgewirkt und den Erfahrungsaustausch genossen. Das wurde dann langsam weniger und ohne es zu wollen (und eigentlich auch ohne es zu merken) bin ich 2011 quasi von einem Tag auf den anderen ganz verschwunden – berufliche Sachzwänge.

Wenn du jedoch die Beobachtung des Marktes, neue Produkte oder Trends meinst, die verfolge ich wieder (nach etwa eineinhalb Jahren Manga-Zwangspause) mit dem gleichen Interesse. Ich schreibe bloß nicht mehr darüber, weil es eigentlich nicht mehr nötig ist. Jeder, der sich wirklich für die Szene oder den Markt interessiert, kommt heute in dem gleichen Tempo an die gleichen Infos und Gerüchte.

Darüber hinaus hat mir meine Bewunderung für die französische Szene eine gewisse Berüchtigung eingebracht, die beobachte ich nach wie vor aus den Augenwinkeln, und dank meines Berufes erhalte ich heute auch Einblicke in die japanische Szene, die nochmal völlig anders ist.

Welches Setting/System/Abenteuer wolltest Du schon immer mal spielen, bist aber noch nicht dazu gekommen, und was ist daran toll für Dich?

Ars Magica, Nephilim und Tribe 8.
Alles drei Spiele, die überhaupt nur in der Kampagnenform zum Blühen gelangen können.

Und was ich auch mal gerne machen würde, ist eine lange Kampagne mit einem Trait-basierten System zu spielen, sowas wie Over the Edge oder Reimer Behrends‘ Inter Alia/THEMA. Ich weiß, dass diese Systeme in der kurzen Form ganz hervorragend funktionieren, besonders wenn sie in einem Genre oder Setting angesiedelt sind, von dem alle Spieler eine klare Vorstellung haben. Aber es reizt mich zu sehen, wie sich diese Systeme in einer 3-jährigen Kampagne verhalten, wie die Spieler damit umgehen, dass es kaum Veränderungen in den Spielwerten gibt oder die Veränderungen von anderer Natur sind als bei einem feiner skalierten Skill-basierten System.

Welche Jugendliebe bespielst Du jetzt gar nicht mehr?

Ich müsste wohl D&D sagen, aber tatsächlich spiele ich mit meinem verhausregelten Swords & Wizardry viel mehr das D&D, das ich mir in den 80ern wünschte. Und bis vor drei Monaten hätte ich Midgard sagen müssen, aber selbst das habe ich kürzlich wieder hervorgekramt.

Warhammer FRP 1 und Dragon Warriors sind zwei Systeme, die ich wahrscheinlich nie wieder spielen werde, die aber große Jugendlieben sind, obwohl ich sie nur kurz gespielt habe. Aber sie strahlen in alles aus, was ich mache – auch ohne sie aktiv zu spielen.

Unabhängig von den diesjährigen Produkten? Was ist in deinen Augen das beste und wirklich beste, allerallerbeste Regelwerk auf dem Markt?

Das ist eine schwierige Frage!

Ich spiele meine (derzeitigen!) Lieblingsspiele ehrlich gesagt trotz ihrer Regeln, nicht wegen ihnen. Allen voran das schon erwähnte Swords & Wizardry. Das ist bestimmt nicht das allerallerbeste Regelwerk, aber wenn ich eines in meiner Odysse durch die Systeme gelernt habe, dann dass ein mathematisch-elegantes Regeldesign unendlich schön und ästhetisch sein kann, mir am Spieltisch aber förmlich durch die Finger rinnt. Vielleicht gerade weil es keine Ecken und Kanten mehr hat.

Das beste Regelwerk gibt für mich (noch?) nicht. Ich sehe nur Facetten in vielen Spielen: Lamentations of the Flame Princess ist von der Schreibe und der Didaktik das allerbeste Einsteigersystem, wenn es nur nicht dieses FSK18-Thema hätte…

Warhammer FRP 1 ist als physisches Artefakt mein heiliger Gral. Mit der Erstauflage des Hardcovers hat GW wirklich alles richtig gemacht, das komplette Spiel in einem Buch, keine Supplements nötig; Papier, Grafik und Setting aus einem Guss – wenn es nur nicht diese abgeschmackte Old World wäre…

Te Deum Pour Un Massacre hat ein fantastisches Life-Path-Erschaffungssystem und eine kongeniale  Buchgestaltung – aber leider reizt mich Rollenspiel rund um die Bartholomäusnacht gar nicht…

Rêve de Dragon hat eine vorbildliche Aufteilung der Regeln, ein Muster des Rollenspiellayouts – wenn nur  das System dahinter nicht so staubtrocken erbsenzählerisch wäre, geradezu die Antithese zu dem buchstäblich traumhaften, unwirklichen Setting…

Und vom System her?

Advanced TWERPS, wenn es das geben würde, wäre das allerallerbeste Regelwerk auf dem Markt!

Wirst du alle Spiele spielen, die nominiert sind?

Ganz klar, nein. Da muss ich erst andere Spiele und Settings von meiner Wunschliste abhaken. Aber 2 der Spiele habe ich schon gespielt, bevor sie nominiert waren. Das zählt vielleicht auch schon.

Als dich Karsten gebeten hat, in der Jury mitzumachen: Was hast du gehofft, dass der DRP erreichen kann?

Im Vorfeld habe ich oft die Hoffnung gehört, dass der DRP zu so etwas wie dem Spiel des Jahres wird, aber das halte ich für unerfüllbares Wunschdenken. Das Spiel des Jahres ist so „mächtig“, dass es Bestseller generiert, vergleichbar nur dem Literarischen Quartett oder neuerdings Dennis Schecks Bestseller-Rampe.

Es wird nie so sein, dass „Das Schwarze Dungeon 6. Edition“ wegen eines Preises seine Auflage verdoppeln kann – weder wird ein Rollenspielpreis diese Strahlkraft in den Mainstream entwickeln, noch wird er die Kraft haben, die Spieler von „Augen & Dragons“ dazu zu bringen, etwas anderes auszuprobieren.

Wenn der DRP allerdings von den Verlagen und Machern als Würdigung ihrer Arbeit, und als Ansporn, beständig die Grenzen des Mediums zu erweitern, angenommen wird, hat er sein Ziel erreicht!

Vielen Dank!

 

09 Jun

Interview mit Carsten Praefcke

Wir haben Carsten Praefcke, einem der Juroren des Deutschen Rollenspielpreises, ein paar Fragen gestellt. Die gleichen Fragen haben wir auch den anderen Juroren gestellt – wir veröffentlichen die Antworten in loser Folge. Die Fragen habe ich aus den Vorschlägen zusammengefügt, die mir im Tanelorn und in der G+-Rollenspielgruppe vorgeschlagen wurden.

Hallo Carsten,
danke, dass du uns hier Rede und Antwort stehst. So gleich am Anfang – nicht jeder kennt dich. Stelle dich doch bitte kurz vor.

Halli Hallo,
ich bin Carsten, bin 36 Jahre halt und spiele, seit ich 10 Jahre alt bin, Fantasy Rollenspiele. Angefangen hat es, wie bei vielen, mit DSA, um genau zu sein der zweiten Edition. Wir haben es gerne und viel gespielt. Was dazu geführt hat, dass wir 1994 zu Siebt den Rollenspielclub Tornesch 94 e.V. gegründet haben. Mittlerweile hat der Verein knapp 50 Mitglieder, ist gemeinnützig und Mitveranstalter des NordCons. Seit 2004 bin ich Teil des NordCon-Orgateams. Erst als Verantwortlicher für die Spielrunden, irgendwann habe ich die Aussteller betreut. Seit einigen Jahr bin ich dann Hauptverantworlicher im Orgateam.
Geprägt wurde ich natürlich sowohl von den ersten Systemen, die ich gespielt habe, namentlich DSA, Shadowrun, Earthdawn, als auch von zahlreichen Spielen, die es für den C64 und den Amiga 500 gab.
Mein Spielstil ist eher frei und improvisiert. Regeln spielen für mich keine entscheidende Rolle. Am Spieltisch muss einfach eine gute Stimmung herrschen und alle müssen ihren Spaß haben. Wenn das zutrifft, war es eine gute Spielrunde.
Mit über 25 Jahren Spielerfahrung und weit über 1.000 Spielrunden bringe ich praktische Erfahrung in die Jury ein. Mein Schwerpunkt liegt dann auch auf der Spielbarkeit direkt am Spieltisch.

Wie oft kommst du tatsächlich zum Spielen ?

Im Schnitt? Sicherlich alle 2 Wochen eher häufiger. Seit der Gründung des Rollenspielclubs Tornesch 94 e.V. haben wir uns jeden Samstag getroffen und gespielt. Nicht immer Rollenspiel auch mal Brettspiele und ich war sicherlich auch nicht bei jedem Treffen dabei. Im Vorfeld des NordCon z.B. hatte ich nicht jeden Samstag Zeit dafür.

Wie aktiv verfolgst du deutsche / internationale Entwicklungen der Rollenspielszene ?

Durch meine Mitarbeit beim NordCon bin ich Kontakt mit zahlreichen Verlagen gekommen und versuche auch zumindest die deutsche Rollenspielszene zu verfolgen und einigermaßen auf dem neusten Stand zu sein. Den internationalen Markt verfolge ich so gut wie gar nicht. Da fehlt bei all den Entwicklungen einfach die Zeit.
In den großen Foren bin ich eher nur ein passiver Leser, der sich nur selten mal zu Wort meldet.

4. Welches Setting/System/Abenteuer wolltest Du schon immer mal spielen,bist aber noch nicht dazu gekommen, und was ist daran toll für Dich?
Das sind einige. Zum Beispiel Ars Magica, das mir vom Setting irgendwie gefällt. Insbesondere die Möglichkeit einen ganzen Magierorden aufzubauen und zu spielen.
Oder Fate, dessen Regeln mir in der Theorie gefallen. Da muss ich mal ausprobieren, ob sie auch wirklich funktionieren und es überhaupt spielbar ist. Aber leider konnte ich meine Freunde noch nicht wirklich davon überzeugen.
Und ich möchte ein Rollenspiel im Star Trek Universum spielen… denn ich liebe Star Trek. Das System ist mir dabei egal.

Welche Jugendliebe bespielst Du jetzt gar nicht mehr?
Ganz klar: Earthdawn.

Unabhängig von den diesjährigen Produkten? Was ist in deinen Augen das beste und wirklich beste, allerallerbeste Regelwerk auf dem Markt?
Das allerbeste Regelwerk? Das wäre wahrscheinlich eine Mischung aus zahlreichen Systemen. Denn sie alle haben, unterschiedlich stark ausgeprägte, Stärken und Schwächen. Die Frage kann ich also nicht beantworten.

Wirst du alle Spiele spielen, die nominiert sind?
Ich habe versucht, soviele der nominierten Spiele und Abenteuer zu auszuprobieren. Mir liegt die praktische Anwendung sehr am Herzen, gerade da ich schon mehrfach festgestellt habe, dass ein Rollenspiel beim Lesen sehr gut klang, aber dann am Spieltisch nur schlecht funktioniert hat.
Leider war nicht genug Zeit um alles zu testen, geschweige denn es ausgiebig testen zu können. Aber einen großen Teil habe ich gespielt.

Als dich Karsten gebeten hat, in der Jury mitzumachen: Was hast du gehofft, dass der DRP erreichen kann?
mmmh… den deutschen Rollenspielmarkt etwas zu beleben… die Autoren eines guten Rollenspiels für ihre Arbeit auszuzeichnen… und hoffentlich auch irgendwann außerhalb der Rollenspielszene wahrgenommen zu werden.

19 Mai

Shortlist für den DRP 2014

Am 15. Juni 2014 wird der DRP 2014 auf dem Nordcon verliehen. Die Jury hat jetzt die offizielle Shortlist bekanntgegeben.

Für die Kategorie „Grundregelwerke“ sind das

  • Die unglaubliche Robert Redshirt RPG Show, Ludus Leonis
  • Midgard – Der Kodex + Das Arkanum, Verlag für F&SF Spiele, Stelzenberg
  • Reiter der Schwarzen Sonne, 2., überarbeitete und ergänzte Auflage, Mantikore Verlag, Frankfurt am Main

Für die Kategorie „Zubehör“

  • Private Eye – Geister der Vergangenheit, Redaktion Phantastik
  • Savage Worlds – Hellfrost: Rassilon, Prometheus Games, Duisburg
  • Splittermond – Die Welt, Uhrwerk Verlag, Köln

Unter „Shortlist“ verstehen wir eine Vorauswahl der nominierten Produkte. Eines der drei benannten Produkte wird den DRP 2014 in der jeweiligen Kategorie erhalten – die Reihenfolge der Nennung ist kein Indikator dafür, wie sich die Jury entscheiden wird.

 

FB