12 Mrz

Warum einen Rollenspielpreis?

Der Deutsche Rollenspielpreis (eigentlich müsste es mal wieder Rollenspielpreis für deutschsprachige Produkte lauten, wie Markus (der Österreicher ist) ganz richtig anmerkte, aber das klingt so gewollt) soll eine Kaufempfehlung werden. Mein Vorbild dabei ist das “Spiel des Jahres” – einer Auszeichnung, der man eigentlich blind vertrauen kann. Ich jedenfalls hab – vielleicht mit Ausnahme von Carcassonne – jedes so ausgezeichnete Spiel gemocht.

Meine Vision für den DRP ist es daher, dass die Rollenspielverlage auf das preisgekrönte Werk einen Aufkleber aufbringen, der auf die Auszeichnung hinweist – Buchverlage machen das jedenfalls so, selbst wenn es sich um eher kleinere Preise handelt, die das Buch gewonnen hat (beim Literaturnobelpreis wird wohl eher eine neue Auflage gestaltet und gedruckt!). Das wäre mein Traum, wenn Leute in den Laden gehen und Bücher deshalb kaufen, weil sie der Empfehlung durch die Jury trauen. Aber hey, das wird wohl jahrelange Arbeit bedeuten, denn die Auszeichnung “Spiel des Jahres” gibt es seit 1978, und hat sich ihre aktuelle Bedeutung auch erst erarbeiten müssen. Aber die Menge der Neuerscheinungen scheint jedes Jahr größer, da wird so ein Preis hoffentlich ein wichtiger Wegweiser.

Diese Vorstellung, warum man einen Rollenspielpreis verleihen sollte, ist auch der Grund für die Nominierungsbeschränkungen – der Preis soll an ein Werk gehen, dass man im Buch- und Rollenspielhandel erwerben kann. Deshalb muss zumindest die Möglichkeit bestehen, dass der Händler direkt beim (Klein-)Verlag bestellt, wenn das Buch nicht im Großhandel geführt wird.

Ach ja, ich werde oft gefragt, warum keine PDFs eingereicht werden können. Das hat zwei Gründe: Der offizielle ist, dass PDFs wohl kaum von einer solchen Kaufempfehlung profitieren dürften (wer schon Rollenspiele als PDF kauft, ist doch längst Rollenspieljunkie und kennt sich aus; der von einem Rollenspielpreis geleitete kennt sich nicht aus und möchte im Zweifel eher ein Printprodukt). Der inoffizielle Grund ist, dass ich mich vor der Masse gefürchtet habe. Wie soll eine 5-Mann Jury die PDFs sichten? Die machen das doch nicht Vollzeit! Bei PDFs ist die Hürde so niedrig, dass auch der letzte Heartbreaker eingereicht wird (kost ja nix) – das kann ohne Vorausauswahl keiner leisten. Und für diese Vorauswahl habe ich kein faires Modell gefunden.

 

3 Gedanken zu „Warum einen Rollenspielpreis?

  1. @PDF: Und ich möchte in keiner Jury sein, die sich etliche tausend Seiten auf dem Monitor durchlesen muss oder sich die Sachen komplett ausdrucken muss, um vernünftig damit arbeiten zu können. Auch kann man Bücher schneller querlesen, um sich erstmal einen groben Eindruck zu verschaffen.

    Aber es ist viel spannender zu vermuten, dass so Indies aus dem Rennen gepresst werden sollen.

  2. Pingback: Warum ein Jurypreis? | Deutscher Rollenspielpreis

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